Empfehlungen - Stand 6.8..

Neu gelten schwangere Frauen als besonders gefährdete Personen. Das heisst, es besteht ein grösseres Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf verglichen mit der gleichaltrigen Allgemeinbevölkerung. Die Empfehlungen diesbezüglich sind jedoch noch sehr begrenzt und werden von uns deshalb laufend aktualisiert. Die untenstehenden Information beziehen sich auf die Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

 

Wie kann ich mich als Schwangere vor Covid-19 schützen?

Achten Sie insbesondere auf die Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Falls Sie mit Covid-19 in Berührung kamen oder Symptome aufweisen, melden Sie sich telefonisch bei Ihrer Hebamme, Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

 

Welche Risiken bestehen für mich als schwangere Frau?

 Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass bei schwangeren Frauen mit COVID-19 Infektion, insbesondere beim Vorliegen von Risikofaktoren (Übergewicht, Bluthochdruck, Alter > 35 Jahre) möglicherweise ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und Notwendigkeit eines Spitalaufenthaltes besteht. Die Daten beziehen sich insbesondere auf das letzte Drittel der Schwangerschaft. In Bezug auf das erste und zweite Drittel der Schwangerschaft ist die Datenlage begrenzt.

 

Besteht eine Gefahr für mein ungeborenes/neugeborenes Kind?

Zu den Auswirkungen einer Infektion auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft gibt es bis jetzt nur wenige Informationen. Eine Plazenta-Infektion und somit ein verminderte fetales Wachstum ist möglich aber das Risiko gering. Bisher konnte trotzt erwiesener Infektionen bei Ungeborenen keine auf das Virus zurückzuführende Fehlbildungen beobachtet werden. Kinder die kurz nach der Geburt auf COVID-19 positiv getestet wurden, wiesen in der Mehrzahl eine günstige Entwicklung auf.

 

Ich bin schwanger und arbeite: Welche Rechte habe ich?

Die Arbeitgeberin, der Arbeitgeber muss besondere berufliche Schutzmassnahmen ergreifen, um die Infektion einer schwangeren Frau zu vermeiden und ist für die Gewährleistung der Sicherheit der schwangeren Arbeitnehmerin verantwortlich. Falls möglich, wird home office empfohlen. Wenn Sie sich nicht ausreichend geschützt fühlen, nehmen Sie Kontakt mit ihrer Gynäkologin, Ihrem Gynäkologen auf. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) schreibt für schwangere Frauen besondere Schutzmassnahmen vor.

 

Darf ich zur Vorsorgeuntersuchung bei meiner Hebamme, Arzt oder Ärztin?

Sofern Sie keine Symptome aufweisen und nicht in Kontakt waren mit kranken oder positiv getestete Personen und keine anderen Informationen von Ihrer betreuenden Person erhalten haben, dürfen Sie zur Vorsorgeuntersuchung erscheinen. Im Zweifelsfall informieren Sie sich vorgängig telefonisch.

  

Werden meine Vorsorgeuntersuchungen wie gewohnt durchgeführt?

Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden Sie gebeten, unabhängig von Ihrem aktuellen Gesundheitszustand, ohne Begleitperson die Schwangerschaftskontrollen wahrzunehmen. Melden Sie sich vorgängig bei der zuständigen Fachperson.

 

Beeinflusst eine Covid-19 Infektion die Geburt?

Momentan gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass sich eine vermutete oder bestätigte Covid-19 Infektion auf die Art der Geburt auswirkt. Das heisst, eine vaginale Geburt ist nicht ausgeschlossen. Frauen mit einer bestätigten oder vermuteten Infektion oder Frauen, welche mit einer infizierten Person in Kontakt waren, dürfen nicht im Wasser gebären, da das Virus auch im Stuhl gefunden wurde. Eine Epiduralanästhesie ("PDA") ist auch bei einer Covid-19 Infektion möglich. Die Unterstützung des Partners, der Partnerin bei der Geburt ist wichtig und sollte ermöglicht werden. Vorausgesetzt, die Begleitperson zeigt keine Symptome einer Covid-19 Erkrankung. Dabei ist das Tragen einer Gesichtsmaske Pflicht. Es gilt, die besonderen Bestimmungen der Kliniken zu befolgen. 

 

Beeinflusst die Corona Pandemie den Geburtsort?

Ist eine ausserklinische Geburt geplant, nehmen Sie Kontakt mit Ihrer betreuenden Hebamme auf, um das Vorgehen zu besprechen. Bei einer vermuteten oder bestehenden Infektion wird eine Geburt im Spital empfohlen, um eine bestmögliche Überwachung für Mutter und Kind zu gewährleisten. Es ist jedoch keine Geburt im Universitätsspital notwendig.

 

Wie lange bleibt mein Kind und ich nach der Geburt im Spital?

Mit grosser Wahrscheinlichkeit empfiehlt das Spital, falls Sie eine komplikationslose Spontangeburt hatten, dass Sie möglichst bald nach Hause gehen (ambulante Geburt). Bitte kontaktieren Sie bereits in der Schwangerschaft Ihre Hebamme, um das Prozedere zu besprechen. Sie wird Sie dann auch über die anschliessende Betreuung zu Hause informieren.

 

Kann ich im Falle einer Infektion bei meinem Kind bleiben?

Ja. Eine Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen. Sie können jedoch das Neugeborene über Tröpfchen (Husten, Niessen, Küsschen) infizieren. Auch wenn Neugeborene erkranken können, gibt es aktuell keinen Hinweis darauf, dass sie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Um eine Übertragung zu verhindern, werden bestimmte Hygienemassnahmen und ein Abstand von 2 Meter empfohlen. Eine situative Einschätzung mit dem betreuenden Fachpersonal ist von Bedeutung. Gemäss aktueller WHO Empfehlungen sind auch bei einer Infektion Bonding und Hautkontakt für das Gedeihen des Neugeborenen wichtig.

 

Darf ich trotz Infektion mein Kind stillen?

Ja. Zurzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen wird. In der Muttermilch Covid-19 positiver Frauen konnten hingegen Antikörper festgestellt werden. Dies lässt annehmen, dass Muttermilch einen schützenden Effekt hat, da sie Antikörper und andere wichtige Immunfaktoren auf das Baby überträgt. Erkrankt eine stillende Mutter an Covid-19 war das gestillte Kind während der Inkubationszeit dem Virus bereits ausgesetzt, so dass die Mutter weiter stillen kann, solange sie sich in der Lage fühlt.

Bei einer bestätigten oder vermuteten Infektion sollten folgende Hygienemassnahmen getroffen werden:

  • Vor und nach dem Stillen/abpumpen gründliches Händewaschen
  • Tragen einer Atemmaske während dem Stillen/abpumpen, falls vorhanden

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Berufsverbandes der Schweizerischen Still- und Laktationsberaterinnen.

 

Was ist, wenn ich im Wochenbett erkranke?

Eine Hebammenbetreuung ist in jedem Fall gewährleistet. Bei Symptomen oder Verdacht einer Infektion informieren Sie umgehend ihre Hebamme. Genauere Informationen zur Hebammenbetreuung im Wochenbett finden Sie im Corona Informationsschreiben.